Im Niemandsland

Im Niemandsland

Die Abschiebung der polnischen Juden aus Düsseldorf 1938

von Bastian Fleermann, Hildegard Jakobs

Die von den Nationalsozialisten 1938 durchgeführte „Polenaktion“ ist heute nahezu vergessen. Dabei stand sie am Anfang einer Ereigniskette, die letztlich zum Novemberpogrom führte. Die gewaltsame Abschiebung jüdischer Menschen aus dem Deutschen Reich über die deutsch-polnische Grenze betraf mindestens 17.000 Männer und Frauen, Kinder und Greise. Viele von Ihnen wurden in den Jahren danach Opfer der Shoa. Die „Polenaktion“ vom 28. Oktober 1938 betraf auch hunderte polnischstämmige Juden aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Alleine in Düsseldorf wurden 441 Menschen verhaftet und in das Polizeipräsidium verschleppt. Die meisten davon wurden mit der Reichsbahn in den Grenzort Zbąszyń (Bentschen) abgeschoben. Wochen und Monate mussten dort tausende Menschen in improvisierten Lagern ausharren. Sie waren aus ihrer rheinischen Heimat sprichwörtlich ins Niemandsland vertrieben worden.

Reihe: Kleine Schriftenreihe der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

84 Seiten, Paperback, 1. Auflage
ISBN 978-3-7700-6042-9
November 2019

sofort lieferbar

7,– € *

Bastian Fleermann

Dr. Bastian Fleermann ist Leiter der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf. Er forscht zur NS-Herrschaft in Düsseldorf und im Rheinland sowie zur jüdischen Regionalgeschichte.

Hildegard Jakobs M.A. leitet das Archiv der Gedenkstätte sowie den Bereich Dokumentation und Sammlung und erforscht u.a. die Geschichte der Juden in Düsseldorf.

Frank Sparing M.A. ist freier Mitarbeiter der Gedenkstätte und forscht u.a. zur Verfolgung der Sinti und Roma sowie zur Sozial-, Kultur- und Medizingeschichte des Nationalsozialismus und der frühen Nachkriegszeit.

Hildegard Jakobs

Angela Genger, Jg. 1947, studierte Geschichte, Politik und Erziehungswissenschaften in Bonn. Sie leitete von 1980 bis 1988 die Gedenkstätte Alte Synagoge Essen, von 1988 bis 2010 die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Hildegard Jakobs, MA, Jg. 1967, studierte Neuere Geschichte, Deutsche Philologie und Pädagogik an der Universität zu Köln. Seit 1995 ist sie wissenschaftliche und pädagogische Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, seit 2001 zudem Leiterin der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Andrea Kramp, MA, Jg. 1984, studierte Anglistik und Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Anglia Ruskin University Cambridge. Seit 2005 ist sie freie Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

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